Spartans können Centurions nicht stoppen


Eine Halbzeit lang war es ein wirklich enges Duell auf Augenhöhe im Spitzenspiel der TSV Neu-Ulm Spartans gegen die bislang ungeschlagenen Augsburg Centurions. Aber nach einem 20:21 zur Pause schwinden den Spartans am Ende die Kräfte, und sie müssen sich mit 28:48 geschlagen geben. Ausschlaggebend: Nur 28 Mann an der Seitenlinie und vor allem in der Defense wichtige Ausfälle waren bei über 30 Grad am Ende nicht zu verkraften. Trotz allem schauen die Spartans auf eine tolle Saison zurück, in der mit Team-Geist und Moral viele Rückschläge wettgemacht wurden und dadurch die dritte Vizemeisterschaft in Folge gefeiert werden kann.

Spartans nicht zu stoppen.
Andreas Theimer

Dabei hatten die Spartans sogar die erste Führung erzielt. Ein Touchdown wurde es im ersten Drive zwar nicht, aber mit einem Field Goal von Max Walser (#56) konnte man abschließen und mit 3:0 die ersten Punkte machen. Dann legten beide Offenses los. Erst punkteten die Augsburger durch Pass von Terrence Shambry auf Timo Benschuh zum 3:7. Dann kurz später erlief Quarterback Hunter Sturgeon (#7) den ersten Touchdown zum 10:7. Die nächste Serie konnte die Spartans Defense stoppen: sie zwangen Augsburg zum Field Goal im vierten Versuch, das ging aber daneben. Dabei ungewöhnlich: Wide Receiver Wesley Juszczak (#18) kam auch in der Passabwehr zum Einsatz und kontrollierte den sonst sehr gefährlichen Timo Benschuh sehr gut. 

Die Offense der Spartans agierte dann im nächsten Angriff aber unglücklich: Ein Pass von Sturgeon wurde gleich zwei Mal getippt und am Ende fing in Tyree Barton für Augsburg ab. Kurz darauf tat ihm das aber Safety Niclas Cates (#8) für die Spartans gleich: Er las den Pass von Augsburgs Shambry smart und fing so eine Interception an der eigenen 2-Yard-Linie. Die weite Distanz von 98 Yards zum Touchdown überbrückten die Spartans dann ganz schnell: 30 Yard-Pass von Sturgeon auf Tobias Spohn (#81 ), 25-Yard-Lauf von Hunter Sturgeon und dann noch ein Pass von Sturgeon auf Juszczak für über 40-Yards und die Neu-Ulmer waren 17:7 vorne (Extrapunkt Walser). Alles roch nach einer kleinen Sensation.

Aber Augsburg schlug rasch zurück. Mit einem starken Drive mit vielen präzisen Pässen und einem langen Lauf ihres Quarterback verkürzten sie auf 17:14. Dabei hatte im Drive der nächste ungewöhnliche Defender für die Spartans eine große Chance: Spielmacher Hunter Sturgeon wechselte sich nun mit Wesley Juszczak ab, um in der ausgedünnten Abwehr aufzuhelfen und hatte einen Interception schon in den Händen, konnte sie aber nicht kontrollieren. Im Angriff warf er dann wieder gute Pässe auf Wesley Juszczak und Tobias Spohn, dann aber der nächste Schnitzer mit einer Interception auf den Augsburger Jeremy Jenkins. Augsburg hatte dann zwar ein langes Feld vor sich, überbrückte dieses aber mit zwei starken Plays von Patrick Cosby (der letztes Jahr schon, damals noch im Trikot der Franken Knights, schwer zu stoppen war) und einem langen Pass auf Fabian Hinz. Neuer Spielstand 17:21 und plötzlich war Augsburg wieder vorne. Mit auslaufender Uhr zur Halbzeit konnte Walser noch ein Field Goal kicken und auf 20:21 verkürzen.

"In der ersten Halbzeit konnten wir das Spiel voll mitgehen und teils sogar bestimmen. Insbesondere Wesley (Juszczak) hat sehr stark gekämpft in Offense wie Defense," so Spartans Headcoach Daniel Koch in der Pause. "Gerne hätte ich ihm mehr Pausen gegeben, aber in der Abwehr sind uns einfach die Optionen ausgegangen. Wir spielen sonst mit fünf  Defense Backs und zwei Linebackers, mussten aber schon vor dem Spiel auf die vier verbliebenen Defense Backs und drei Linebackers umsteigen. Einer davon war Michael Hirthammer (#44), der sonst in der Defense Line spielt und zu allem Unglück im Verlauf dieses Spiels auch noch verletzt ausfiel."  

Nach der Halbzeit erwischten die Spartans den besseren Start. Sie stoppten den Angriff der Centurions und marschierten vor allem mit Läufen durch Running Back Felix Klein(#30) gut übers Feld. Dass die viele Spielzeit für Juszczak Tribut forderte, zeigte sich aber hier schon, als er nach einem weiteren starken Catch mit Krämpfen behandelt werden musste. Bis dahin war er in der Offense kaum zu bremsen. So endete die Serie in einem missglückten Field Goal. Für Augsburg scorte dann Wide Receiver Jalin Goodman mit einem starken Lauf nach dem Catch (Spielstand 20:28). Mittlerweile halfen mit Hunter Sturgeon und Wesley Juszczak in der Passverteidigung und Wide Receiver Patrick Schempf (#9) als Linebacker drei der stärksten Offense-Akteure der Spartans auch in der Abwehr aus. Schon im vierten Viertel trumpften sie aber alle gemeinsam in der Offense nochmal auf. Schempf setzte gute Blocks, Sturgeon warf die Pässe und Spohn und Juszczak machten die Catches. Wesley auch mit einem akrobatische Hechtsprung, den Ball voraus seinem nächsten Touchdown, und nach der anschließenden 2-Punkt-Conversion hieß es: Gleichstand 28:28. Noch etwas über acht Minuten zu spielen.

Da allerdings waren die Energiereserven der Spartans aber leider aufgebraucht, sie konnten keine weiteren Punkte mehr verzeichnen, und die erschöpfte Defense ließ sich zu leicht drei weitere Touchdowns zum Endstand von 28:48 abringen.

"Es war über drei Viertel wirklich ein guter Fight. Am Ende hat sich gezeigt, dass die Centurions einfach den tieferen Kader haben und wir gratulieren zur verdienten Meisterschaft," so HC Koch. Die Augsburger haben nun noch zwei Spiele in der regulären Saison gegen Teams vom Tabellenende; danach geht es in die Playoffs um den Aufstieg in die GFL 2. Da gilt es die Sieger der anderen beiden Regionallige in Süddeutschland zu schlagen - voraussichtlich Karlsruhe und Bad Homburg.

Für die Spartans endet sie Saison mit der dritten Vizemeisterschaft in Folge. Die Pläne für ein noch stärkeres Team in 2026 werden schon geschmiedet. Nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre wird es dabei wohl auch entscheidend darauf ankommen, ob - ähnlich wie es den jeweiligen Meisterschaftsteams in den Vorjahren gelungen war - Sponsoren gefunden werden, welche das im Spartans-Team vorhandene Potenzial supporten. 

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